DTS in Dolby Digital konvertieren

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorwort

Es ist zwar ein sehr ungewöhnliches Problem, aber ich hab es lösen müssen und noch nichts passendes gefunden. Das Grundproblem war, dass ein Freund eine meiner DVDs ausleihen wollte. Diese hat aber nur eine DTS-Tonspur und er keine Digitalanlage um sie zu dekodieren. Ich will jetzt hier nicht beschreiben, wie man DVDs kopiert, sondern lediglich, wie man den Ton umwandelt. Ich starte also mit einer Datei, die ich mit transcode und mplayer aus der DVD extrahiert habe. Ich nenne sie jetzt einfach mal dtsfile.dts.

[Bearbeiten] Benötigte Software

  • libdts
  • ffmpeg

Für 5.1-Sound benötigt man zusätzlich:

  • audacity
  • multimux

[Bearbeiten] Und los gehts

Zuerst muss die DTS-Datei dekodiert werden. Ich benutze dafür das Programm dtsdec aus der libdts. Der Befehl ist denkbar einfach:

dtsdec -o wav dtsfile.dts >> 2chwavefile.wav

Diese Variante erzeugt eine 16bps-Wavedatei, die auf Stereo heruntergerechnet wird. Für mein Ursprungsproblem war das ausreichend, ich werde aber gleich noch zu 5.1-Erhaltung kommen. Zuerst verwandele ich die Datei noch in Dolby Digital um:

ffmpeg -i 2chwavfile.wav -ab 224 -ac 2 2chac3file.ac3

Diese Datei kann man jetzt in die Videoquelle multiplexen und man ist fertig.

[Bearbeiten] Aber ich will doch 5.1-Sound

Das ist natürlich auch möglich, aber etwas aufwendiger. Der Befehl zum dekodieren der DTS-Datei ist ähnlich simpel:

dtsdec -o wav6 dtsfile.dts >> 6chwavefile.wav

Normalerweise sollte man denken, dass ffmpeg diese Datei direkt verarbeiten kann, aber das ist leider nicht so. Dtsdec schreibt nämlich 32 bps in die Datei, und ffmpeg mag nur 16. Ich habe nur ein Programm gefunden, welches die Datei einlesen konnte, und das ist Audacity.

Audacity ist ein Wave-Editor, der mit mehreren Spuren arbeiten kann, aber maximal Stereodateien exportieren kann.

In Audacity importiert man nun die Datei 6chwavefile.wav und holt sich je nach Dateigröße erstmal einen Kaffee oder backt sich einen Kuchen, der Import kann recht lange dauern. Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, sieht man, oh Wunder, 6 Spuren, die nur darauf warten exportiert zu werden, aber vorher sollte man die ersten beiden Spuren noch richtig einstellen und vor allem korrekt identifizieren.

Die ersten beiden Spuren sind sogar als linker und rechter Kanal markiert. allerdings sollte man diese Einstellung auf Mono ändern, weil sie sonst nicht korrekt exportiert werden. Die oberste ist der Kanal vorne links und der zweite ist vorne rechts. Der dritte ist der Center-Kanal (je nach Videoquelle hat er einen höheren Peak, als die ersten beiden). Danach sollte der LFE-Kanal (Bass) folgen und die Kanäle hinten links und hinten rechts (in dieser Reihenfolge).

Sollte die Lautstärke zu hoch oder zu niedrig sein, können die Kanäle vor dem Export noch normalisiert werden. Zum Exportieren der einzelnen Kanäle muss nur die Spur markiert werden (Klick auf den bezeichnenden Kasten links) und im Menü der Befehl "Auswahl exportieren als WAV" gewählt werden. Vorher sollte noch überprüft werden (unter Einstellungen) ob das Korrekte Exportformat gewählt wurde (WAV Microsoft 16 bit PCM).

Im besten Fall hat man jetzt 6 relativ große WAV-Dateien im selben Verzeichnis, die jetzt zusammengeführt werden müssen. Dazu benutzt man am besten das Programm "multimux". Hier ist aber vorsicht geboten, weil es leider nicht in der Lage ist Dateien zu erzeugen, die größer als 2 GB sind. Das Problem kann man umgehen, indem man eine Pipe erzeugt und verwendet.

Das sieht dann so aus:

mkfifo pipe
multimux left.wav center.wav right.wav r.left.wav r.right.wav lfe.wav 
 -o pipe & ffmpeg -i pipe -ab 384 -ar 48000 -ac 6 mix.5.1.ac3

Die Ausgabe auf dem Bildschirm ist zwar sehr chaotisch, aber die ac3-Datei wird perfekt. Mehr zum Thema multimux habe ich hier geschrieben: klick

Ich hoffe dieser Beitrag ist für irgendwen nützlich!

--Snoopy1alpha 21:59, 30. Mär 2005 (GMT)

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