GMX mediacenter mounten
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Einige Anbieter von kostenlosen oder kostenpflichtigen Mailservices bieten zusätzlich ein oftmals "mediacenter" genanntes Webdav-System mit einigem Speicherplatz an. So zum Beispiel auch GMX und Google-gmail. Hier werden zwischen 1 und 10 GB Speicherplatz angeboten, den man komfortabel nutzen kann:
- Man kann dort Backups eigener Dateien ablegen,
- Man kann dort die Bookmarks seines Firefoxbrowsers ablegen und synchronisieren, um sie von jedem Ort der Welt an jedem firefox wieder parat zu haben,
- Man kann dort aber beispielsweise auch die Daten des Mozilla-callendar projektes ablegen um überall auf diese zugreifen zu können.
Um bookmarks oder Kalenderdaten dort abzulegen, benötigt man nichts außer dem entsprechenden firefox-plugin. Darauf komme ich später zu sprechen. Es besteht auch die Möglichkeit auf das GMX MediaCenter mittels WebDAV KIO-Slave in KDE zuzugreifen.
Die Adresse lautet dann:
webdav://[Kundennummer]@mediacenter.gmx.net/
Die Kundennummer wird im Bereich "Mein GMX" --> "Mein Account" auf der GMX-Website angezeigt. Es sei daraufhingewiesen das KIO-Slaves nur in KDE Programmen verwendet werden können! null_, 27.8.2005: Stimmt so nicht ganz.. mit davs://[Kundenummer]@mediacenter.gmx.net gehts auch mit GNOME 2.12
Aber man kann dieses Webdav-verzeichnis eben auch lokal bei sich mounten und dann nach Belieben Dateien hin und herschieben. Wie dies geht, möchte ich hier zeigen.
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[Bearbeiten] den "Coda file system support" im Kernel aktivieren
Ich habe mir heute mit
emerge gentoo-sources
gleich mal die Sourcen für den 2.6.12-r9 Kernel gezogen. In welchen Versionen des Kernels der Coda-support drin ist, kann ich nicht sagen. Mit den aktuellen "gentoo-sources" ist man jedoch gut bedient, denn dort sind sie definitiv (Stand 26.8.05 Version 2.6.12-r9) enthalten. Wenn man seinen kernel über
cd /usr/src/linux make menuconfig
einstellt, so findet man den Coda-support wie folgt:
File Systems ->
-> Network File Systems ->
-> <*> Coda file system support (advanced network fs)
Es sollte darauf geachtet werden, dass der Link von /usr/src/linux auf die Quellen der richtigen Kernel-version zeigt. Ich selbst habe immer unzählige Kernel-versionen in /usr/src rumliegen und es kommt schon vor, dass ich ausversehen einen alten Kernel konfiguriere, baue und mich nach dem booten wundere, warum das so ein uraltes Teil ist.
Ich habe meinen Coda-Support fest eigebaut, wer ihn nur als Modul möchte, muss darauf achten, dass er dies dann auch tatsächlich lädt.
Bei mir folgte nun die übliche Prozedur, wenn ich einen neuen kernel baue.
make && make modules_install cp System.map /boot/System.map-2.6.12-r9 cp .config /boot/config-2.6.12-r9 cp arch/i386/boot/bzimage /boot/kernel-2.6.12-r9 vim /boot/grub/grub.conf
Näheres zum Bauen eines neuen Kernels und zur konfiguration von Grub findet man hier im Wiki oder in der entsprechenden Dokumentation.
Nach dem Booten des neuen Kernels bestätigt mir ein
uname -r grep coda /proc/filesystems
dass der richtige Kernel gebootet wurde und der Coda-filesystem-support bei mir vorhanden ist.
[Bearbeiten] Das Installieren von davfs2
Um davfs2 zu installieren, reicht ein
emerge davfs2
aus. Danach ist es fertig zum Einsatz.
[Bearbeiten] Die Vorbereitung zur Verwendung
Um schliesslich das Webdav-verzeichnis zu mounten legt man sich zu erst den Mountpunkt an. In meinem Falle sieht das so aus:
mkdir /home/chilla/gmxstorage
Nun gilt es, die /etc/fstab zu editieren, dass folgende Zeile vorhanden ist:
https://mediacenter.gmx.net /home/chilla/gmxstorage davfs noauto,user 0 0
Damit aber nicht jedes mal nach einem Benutzernamen und einem Passwort gefragt wird, muss man noch eine Datei erstellen, die dies beinhaltet:
mkdir /home/chilla/.davfs2/ touch /home/chilla/.davfs2/secrets vim /home/chilla/.davfs2/secrets
Das einzige, was in dieser Datei steht ist folgendes:
https://mediacenter.gmx.net emailadresse@gmx.net ultrageheimespasswort
Es funktioniert auch, wenn statt der Mailadresse die Kundennummer von GMX eingetragen wird. Wer mag läßt das Passwort in secrets einfach weg, man spart sich dann eben nur die Eingabe der Kundenummer und wird jedes mal nach dem Passwort gefragt.
Damit unser ultrageheimes Passwort auch ultrageheim bleibt, ist folgendes zu tun:
chmod 600 /home/chilla/.davfs2/secrets
Dies bewirkt, dass nur man selbst, diese datei schreiben und lesen kann.
Abschliessend ist darauf zu achten, dass man selbst in der Gruppe "users" ist - andernfalls kann mount nicht auf mount.davfs2 zugreifen.
Nun ist alles fertig eingerichtet, und wir können unser Webdav-verzeichnis bei GMX verwenden.
Für 1&1 Kunden dürfte es mit https://mediacenter.1und1.de analog funktionieren.
[Bearbeiten] Das Mounten
Für mich als normalen User reicht nun ein
mount /home/chilla/gmxstorage
aus, um darauf zugreifen zu können, und dateien hin und her verscheiben zu können. Die Optionen dafür haben wir schliesslich bereits in der Fstab festgelegt - sowie Benutzernamen und passwort in unserer secrets-datei festgelegt.
[Bearbeiten] Das Ablegen von Bookmarks
Da ich immer wieder an nem anderen Rechner arbeite, aber sehr viele Bookmarks habe, kommt es mir sehr entgegen, dass es das Firefox-plugin namens Bookmark-Synchronizer gibt. Dieses kann nämlich auf diese kostenlosenen WebDav-Systeme zugreifen und dort die Bookmarks synchronisieren. Man muss das Webdav-System dazu noch nichteinmal gemountet haben, da die Verbindung per https erfolgt. Den oberen Abschnitt, indem ich beschrieben habe, wie man so ein WebDav System in ein lokales Dateisystem einbindet, diente für mich lediglich zu einem Zweck: Ich wollte in dem WebDav verzeichnis alle GMX-Sachen löschen, und mir einen Ordner namens "bookmarks" erstellen :) Nachdem es ja gemountet war, war es ja kein problem:
rm -rf /home/chilla/gmxstorage/* mkdir /home/chilla/gmxstorage/bookmarks
Nun ist es an der Reihe, das Firefox Plugin runterzuladen: Dies kann man hier tun. (Die Download-Quellen hier oder hier sind veraltet und funktionieren nicht mit Firefox 1.5+). Da Das Plugin im XPI-Format vorliegt, sollte es ja bei der Installation keine Probleme geben.
Nachdem der Browser einmal neu gestartet wurde, kann das das Plugin nun konfigurieren. Die Einstellungen verstehen sich im Prinzip von selbst:
https auswählen, host: mediacenter.gmx.net user: emailadresse@gmx.net passwort: ultrageheimespasswort Die unteren Einstellungen nach belieben.
Nun sollte es euch möglich sein, zuersteinmal eure vorhandenen Bookmarks hochzuladen - und schliesslich auch zu verändern, hochzuladen, wieder runterzuladen usw. :)
Vielen vielen Dank an Inte, der mich mit seinem Forumsthread überhaupt erst auf die Idee gebracht hat, diesen Artikel zu schreiben. Er schrieb, man solle sich nen Ordner im GMXmediacenter erstellen - leider war ich zu dem Zeitpunkt an einem w3m ohne Javascript - womit man es vollkommen vergessen kann, auf das Webinterface von GMX zuzugreifen. Somit musste ich eine andere lösung finden - und da diese gleich geklappt hat, dachte ich mir: erzählste ma was davon :). Hoffe, geholfen zu haben.
[Bearbeiten] Troubleshooting
Mit dem aktuellen Paket (Ende Obktober '06: davfs2-1.1.1) kann keine Verbindung zum GMX-Mediacenter hergestellt werden:
/sbin/mount.davfs: Connection failed, mounting anyway.
File system will only be usable when connection comes up.
Die Verwendung des Pakets davfs2-0.2.8 (das neuere muss vorher entfernt werden) schafft Abhilfe (Quelle: lists.debian.org).
Es handelt sich hier um einen Fehler des GMX-Servers. Dieser erwartet offenbar, dass die erste Anfrage ein GET oder OPTIONS Request ist. Bei einem PROPFIND Request (wie bei davfs2-1.1.x) bricht er die Verbindung während der Authentifizierung plötzlich per Reset ab. Ein einfacher Patch findet sich unter patch Falls du einen Account bei GMX hast, und davfs2 benutzen willst, solltest du einen Bugreport an GMX senden. Schließlich wäre es schön, wenn ein standardkonformer Client genügen würde, und nicht für jeden Server irgendwelche nicht standardkonformen Spezialitäten eingebaut werden müssten. (Werner, Entwickler von davfs2)
[Bearbeiten] strato
strato bietet inzwischen auch "online Festplatte mit WebDAV". Es funktioniert ähnlich. Mit dem kde webdav://webdav.strato.de/ (Benutzer: otto@ottosweb.de) kann man aber nicht viel anfangen, da jede normale Datei als Ordner dargestellt wird. Upload funktioniert dann auch nicht wirklich.
Jedenfalls aber mit dem davfs2 hat es bei mir gut funktioniert (mit coda, nicht mit fuse)!
mount -t davfs http://webdav.strato.de dav
