Screen Tutorial

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Was ist Screen?

Screen ist ein sogenannter "Terminal-multiplexer". Ich öffne Screen in einem Terminal (XTerm, gnome-terminal, konsole, usw. ABER man braucht kein X um Screen auszuführen) und habe nun die Möglichkeit mehrere Programme auszuführen und zwischen diesen wechseln ohne mehrere Terminals geöffnet zu haben.

Screen ist ein mächtiges Programm, und ein richtiges schweizer Taschenmesser in der Linuxwelt wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat. Und dabei will ich euch jetzt helfen:

* app-misc/screen
Size of files: 820 kB
Homepage: http://www.gnu.org/software/screen/
Description: Screen is a full-screen window manager that multiplexes a physical terminal between several processes
License: GPL-2

[Bearbeiten] Tastenkombinationen im Screen

Sobald ihr Screen erfolgreich installiert habt (# emerge app-misc/screen), startet ihr es mit dem Kommando "screen" in einem Terminal eurer Wahl. Wie ihr seht, erwartet euch dort eine ganz normale Shell, es sieht nach nichts besonderem aus. Anschließend könnt ihr folgende Tastenkombination nutzen:

Mit der Leertaste tretet ihr also ein ins Reich der unendlichen Terminal-Weiten. Es steht euch eine Reihe von Kommandos zur Verfügung, die alle mit [Strg-a] beginnen: Haltet dazu die [Strg]- oder auf englischen Tastaturen die [Ctrl]-Taste gedrückt und tippt [a]. Jetzt wartet das Programm auf die weiteren Befehlseingaben: [Strg-a] [?] gibt beispielsweise eine komplette Übersicht der Tastenbelegung (s. Tabelle 1).



Tabelle 1: Tastenkombinationen im screen

[Tastaturkürzel]
[Kommando]
[Bedeutung]


[Strg-a] [?]
help
Listet alle Tastenbelegungen auf.
[Strg-a] [c]
screen
Öffnet ein weiteres virtuelles Fenster. 
[Strg-a] [Leertaste]
next
Wechselt zum nächsten Fenster, wiederholt man das Kommando, kann man durch alle Fenster "durchlaufen".
[Strg-a] [Strg-a]
other
Wechselt immer zwischen zwei Fenstern hin und her.
[Strg-a] [0...9]
select n
Wechselt zu Fenster mit Nr. n.
[Strg-a] [w]
windows
Zeigt in einer Zeile am unteren Rand für kurze Zeit, wieviel Fenster gestartet sind, das aktuelle wird mit *
hervorgehoben.
[Strg-a] [a], [s] oder [q]
meta/xoff/xon
Sendet ein [Strg-a], [Strg-s] oder [Strg-q] direkt in das Fenster, braucht man für einige Programme
(z. B. Emacs), die auch [Strg-a]-Kontrollsequenzen haben
[Strg-a] [x]
lock screen
Sperrt den screen -- nach einer gültigen Passworteingabe können Sie weiterarbeiten
[Strg-a] [H]
log
Loggt die Standardausgabe in eine Datei, abhängig von der Nummer des Fensters (1-10) heißt das Logfile
screenlog.n, erneuter Aufruf von [Strg-a H] beendet das Mitschneiden
[Strg-a] [Esc]
copy
Wechselt in den Scroll- und Kopiermodus: Sollte keine Maus zum Markieren von Text vorhanden sein, kann man jetzt mit den
Buchstaben h, j, k, l zur gewünschten Stelle auf dem Bildschirm gehen, eine Markierung mit der Leertaste
setzen, dann zur nächsten Stelle gehen, wieder die Leertaste drücken, um in die "Zwischenablage" zu speichern.
Mit [Strg-a] "]" (also [Strg-A] gefolgt von einer schließenden eckigen Klammer) fügt man den markierten Text
übrigens ein, mit [Esc] bricht man die Aktion ab.
[Strg-a] [d]
detach
"Befreit" den screen, alle darin gestarteten Prozesse laufen weiter, aber das Programm verabschiedet sich
vom Terminal: Nun kann man sich ausloggen. Mit screen -r kann der screen wieder aufgerufen werden.
[Strg-a] [D] [D]
pow_detach
"Power Detach" -- löst nicht nur den screen los, sondern loggt auch direkt aus dem Terminal aus.
[Strg-a] [K]
kill
Zerstört den ganzen screen -- netterweise gibt es hier eine Sicherheitsabfrage: Really kill this window [y/n]
[Strg-a] [[ (öffnende eckige Klammer)]
 auch C-a C-[ und  C-a esc
copy
Kopieren von Text einleiten: Mit den Pfeiltasten an den Anfang des zu kopierenden fahren, Leertaste drücken - Anfangsmarke gesetzt - mit den
Pfeiltasten an das gewünschte Ende fahren, Leertaste drücken - Endmarke gesetzt. Der ausgewählte Bereich befindet sich nun im Puffer. 

Siehe auch [Strg-a] [Esc].

[Strg-a] [] (schließende eckige Klammer)]
paste .
Den Pufferinhalt einfügen.
Tip: Text aus der X11-Zwischenablage fügt man mit [Umschalten-Einfügen] ins Terminal ein.
[Strg-a] [>]
writebuf
Schreibt den Pufferinhalt in eine Datei (/tmp/screen-exchange).

[Bearbeiten] Besonderer Tipp =)

Falls sich jemand bei euch auf dem rechner mittels SSH eingeloggt hat und ihr schauen wollt was diese Person macht, müsst ihr screen nur mittels (screen -x) ausführen, und somit könnt ihr das ganze Geschehen nachverfolgen. Voraussetzung hierfür ist das die Person screen geöffnet hat und darin arbeitet!

[Bearbeiten] Bemerkungen & Quellen

Aber wie beende ich Screen? Eine Session bleibt ja immer bestehen, wie ihr gemerkt habt. Um sie zu killen, kann man entweder den darin laufenden Prozess mit Ctrl-A, k killen (wie brutal ;-) ) oder den Prozess aus sich selbst heraus beenden (in den meisten Shells: exit)

Ich bin jetzt nicht auf viele weitere Möglichkeiten von Screen eingegangen und werde das auch nicht machen, da dies ja nur eine Einführung sein soll. Für weitere Informationen würde ich euch vorschlagen die Manpage von Screen aufzurufen (man screen) oder einen der untenstehenden Links zu besuchen:


Die Screen-FAQ

Eine FAQ bezüglich Screen. Leider nicht für Anfänger geeignet.


Eine umfassende Einführung zu Screen

Diese englische Einführung stand Vorbild zu dem Tutorial das ihr grade lest. Ich hoffe ihr könnt es verschmerzen dass ich viel übernommen habe.


Screen Tutorial

Die Homepage des GNU-Projektes screen ist http://www.gnu.org/software/screen/ Eine schöne Sammlung von Informationen ist unter http://www.math.fu-berlin.de/~guckes/screen/ zu finden. (Der Link ist nicht mehr aktuell)


Und vergesst nicht: Wer das schweizer Taschenmesser Screen beherrscht, kann der McGyver unter den Linuxusern werden! http://www.gentooforum.de/images/GentooLight/smilies/tongue2.gif

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