Kernel/Konfiguration
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Dieser Artikel beschreibt die Konfiguration des Linux Kernels.
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[Bearbeiten] Symlink setzen
Der Symlink /usr/src/linux sollte immer auf den Kernel verweisen, der genutzt werden soll. Dazu kann man:
- den Kernel mit gesetztem symlink USE Flag installieren, z.B. für sys-kernel/gentoo-sources:
- echo "sys-kernel/gentoo-sources symlink" >> /etc/portage/package.use
- emerge gentoo-sources
- den Symlink mit eselect setzen. eselect kernel list zeigt die verfügbaren Kernel an und das Sternchen den gewählten Kernel. Um einen anderen Kernel, z.B. den zweiten, zu wählen:
- eselect kernel set 2
- den Symlink manuell setzen, z.B.:
- ln -sf /usr/src/linux-2.6.30-gentoo-r3 /usr/src/linux
[Bearbeiten] Konfigurationsprogramme
Der Kernel selber bietet mehrere Programme, um ihn zu konfigurieren:
- make config
- Textbasierte Konfiguration, die Optionen nacheinander abgefragt. Es müssen grundsätzlich alle Optionen beantwortet werden und ein Zugriff auf frühere Optionen ist nicht möglich.
- make menuconfig
- Graphisches Menü (nur Tastatureingabe). Das Menü ist frei navigierbar und so lassen sich auch nur einzelnen Optionen ändern.
- make xconfig
- Graphisches Menü mittels Qt3. Es muss =x11-libs/qt:3 (siehe Slots) installiert sein.
- make gconfig
- Graphisches Menü mittels GTK+. Es muss x11-libs/gtk+, dev-libs/glib und gnome-base/libglade) installiert sein.
Daneben gibt es noch diverse Skripte, die unterschiedliche Standard-Konfigurationen erstellen. Siehe dazu:
[Bearbeiten] Konfiguration
Die Konfiguration wird hier anhand von make menuconfig erklärt, aber das Vorgehen ist für die anderen beiden Menüs ähnlich.
[Bearbeiten] Bedienung
Im nun erscheinenden Menü zeigt der blaue Balken die aktuelle Position an. Mit den Pfeiltasten Hoch und Runter kann die Position geändert werden. Die Pfeiltasten Links und Rechts durchlaufen die Menüleiste unten und bestimmen somit, was passiert, wenn die Enter Taste bestätigt werden. Select wechselt in ein Untermenü - die Menüeinträge enden mit --->, während Exit das Untermenü wieder verlässt. Alternativ kann auch zweimal die Esc Taste gedrückt werden.
Menüeinträge, vor denen folgende Klammern stehen, sind Treiber oder Funktionen von Treibern, die man aktivieren kann:
- [ ], [*]
- Eckige Klammern können nur aktiviert oder deaktiviert werden. Das Sternchen markiert den Menüeintrag als aktiviert. Man kann den Wert mit der Leertaste ändern oder durch Drücken von Y (Yes) aktivieren oder durch N (No) deaktivieren.
- Ist ein Treiber aktiviert, so wird er beim Kompilieren fest in den Kernel eingebunden und wird somit beim Systemstart als Teil des Kernels immer geladen.
- < >, <M>, <*>
- Spitze Klammern können aktiviert und deaktiviert, aber auch modulasiert (dargestellt durch ein M) werden. Der Wert kann wie bei den eckigen Klammern gewechselt werden, für das Modularisieren gibt es die Taste M.
- Der Unterschied eines Treiber-Moduls zu einem fest eingebundenen Treiber ist, dass das Modul nicht beim Systemstart geladen wird, was diesen geringfühig beschleunigt. Bei Bedarf muss man das Modul dann selber laden oder ein Hilfsprogramm wie z.B. sys-fs/udev erledigt dies. Einfacher in der Anwendung sind die fest eingebundenen Treiber.
- {M}, {*}
- Geschweifte Klammern können aktiviert oder modulasiert werden, aber nicht deaktiviert werden, weil ein anderer Treiber diesen Treiber in einer der beiden Arten benötigt.
- -M-, -*-
- Bindestriche vor und nach dem Wert bedeuten, dass dieser Treiber von einem anderen Treiber in dieser Form benötigt.
Des Weiteren enthalten manche Menüeintrage am Ende eine Klassifizierung:
- (NEW)
- Dieser Treiber ist erst kürzlich zum Kernel hinzugekommen und ist eventuell noch nicht ausreichend getestet.
- (EXPERIMENTAL)
- Dieser Treiber ist noch im Versuchsstadium und gewiss noch nicht ausreichend getestet.
- (DEPRECATED)
- Dieser Treiber ist veraltet und für den normalen Betrieb nicht mehr notwendig.
- (OBSOLETE)
- Dieser Treiber ist veraltet und sollte nicht mehr aktiviert werden.
Viele Treiber enthalten eine Beschreibung (in Englisch), die durch Drücken der Taste H oder in der Menüleiste Help angezeigt wird.
[Bearbeiten] Treiber Auswahl
Siehe dazu den Hardwareerkennung Artikel und die Artikel in der Kategorie:Hardware Kategorie.
[Bearbeiten] Kompilieren
Nachdem der Kernel konfiguriert ist, muss er nun kompiliert werden.
Wer einen Prozessor mit mehreren Kernen hat, kann die Arbeit auch auf mehrere Kerne verteilen. Dazu gibt die Option -j(ANZAHL KERNE +1). Also lautet der Befehl für einen Zweikern-Prozessor:
[Bearbeiten] Installation
Wurden im Kernel Modulen aktiviert, so installiert man diese mit:
Diese werden dann in Unterverzeichnis von /lib/modules installiert.
Den Kernel muss man selber ins ins /boot Verzeichnis kopieren. Dazu muss vorher /boot gemountet werden, wenn das Verzeichnis auf einer eigenen Partition liegt:
Nun kann der Kernel nach /boot kopiert werden:
cp System.map /boot/System.map-2.6.31-gentoo-r3
cp .config /boot/config-2.6.31-gentoo-r3Dabei ist PLATTFORM zu ersetzen, z.B. für x86 und x86_64 (amd64) Systeme ist es x86. Der Zielname ist frei wählbar. Die Versionsnummer im Namen hilft dabei, mehrere Kernel zu unterscheiden.
Alternativ gibt es das Hilfsprogramm
Dieser Befehlt führt das Programm /sbin/installkernel aus, was Teil von sys-apps/debianutils ist. Dabei werden der Kernel und die weiteren Dateien mit der Debian Syntax nach /boot kopiert und zusätzlich Symlinks (vmlinuz, System.map und config angelegt, die auf den gerade installierten Kernel usw. zeigen. Gab es schon solche Symlinks, werden weitere Symlinks mit der Endung .old angelegt, die auf den bisherigen Kernel zeigen. Die Symlinks sind sehr praktisch, weil man so immer auf den neuesten Kernel verweisen kann, ohne den Pfad ändern zu müssen (z.B. bei der Konfiguration des Bootloaders).
[Bearbeiten] Bootloader
Damit der Kernel nach dem Durchlaufen des BIOSes geladen wird, gibt es Bootloader. Siehe dazu:
